Mein erstes Jahr in der Selbständigkeit

Happy Birthday, Serendana! Am 1. Februar 2018 habe ich mein Herzensprojekt ganz offiziell gestartet mit der Gewerbeanmeldung. Bis mein Online Concept Store dann auch tatsächlich online war, hat es noch sechs weitere Monate gedauert. Eine unglaublich spannende Reise! Und eine unglaublich positive! Ich habe immer an meine Idee geglaubt. Bedenken gab es natürlich trotzdem. Welche das waren und was aus ihnen geworden ist nach diesem ersten Jahr?

Ein eigener Laden als „Hobby“

Als eine ehemalige Kollegin sich mit einem kleinen Laden  selbständig machte, sagte ein gemeinsamer Bekannter so etwas zu mir wie: „Gerd verdient ja genug, um Maria und ihr Hobby zu finanzieren.“ Obwohl ich selbst zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht über die Selbständigkeit nachdachte und schon gar nicht über einen Shop, hat mich die Aussage damals geärgert. Er war ganz automatisch davon ausgegangen, dass sich eine Frau mit eigenem Geschäft nur beschäftigt halten will, während ihr Mann für die Versorgung der Familie zuständig ist. Dieser achtlose Satz hallt bei mir immer noch nach, und ich frage mich manchmal, wie das nach außen gesehen wird, dass ich mich – ausgerechnet online, wie gefühlt gerade alle – mit einem Concept Store selbständig gemacht habe.

Nachdem der Shop gut anläuft, bin ich jetzt allerdings zuversichtlich, dass dieser Erfolg für sich steht! Die positive Resonanz, die ich auf meine Idee und die Umsetzung von allen Seiten bekommen habe, ist riesig! Ich war sehr überrascht über die Aufmunterung, die Unterstützung, und das positive Feedback! Rückblickend ist das wahrscheinlich das Schönste an meinem ersten Jahr: Meine „Reisegefährten“, die mit so viel Enthusiasmus dabei waren und noch sind!

Ich brüte in meinem eigenen Saft

Einer der größten Vorteile an meinem alten Job im Unternehmen waren die vielen Kontakte zu netten Kollegen. Als ich vor einem Jahr in mein kleines Büro zog war ich unglaublich stolz, hatte aber auch Sorge vor der Ruhe. Wenn ich meine Gedanken  mit anderen ping-pongen kann, entstehen neue Ideen. Wenn ich mich erkläre, wird es mir selbst viel klarer.

Es gibt auf jeden Fall Zeiten, in denen ich mir mehr Gespräche wünsche oder einfach nur einen Partner beim Kaffeetrinken. Die große Einsamkeit ist jedoch nicht eingezogen. Ich treffe mich jede Woche mit verschiedenen Leuten zum Mittagessen, Kaffeetrinken oder für ein kurzes Gespräch bei mir im Büro. Ich konnte mit erstaunlich vielen ehemaligen Kollegen Kontakt halten. Sie wissen, wie ich arbeite, und geben mir gerne Input. Es haben sich Beziehungen auch vertieft.

Und ich habe unglaublich viele andere selbständige Frauen über verschiedene Netzwerke kennengelernt (und natürlich auch ein paar Männer)! Die Solidarität unter den meisten ist toll! Wir unterstützen uns gegenseitig und sind uns sozusagen die Kollegen. Ich hatte vorher nicht damit gerechnet, so schnell so viele Kontakte in meiner neuen Welt als Selbständige zu knüpfen. Es existiert hier eine kleine Gemeinschaft (zumindest bei uns im Rhein/Main-Gebiet), wo jeder jeden irgendwie kennt, und ich habe mich sehr schnell angekommen und angenommen gefühlt!

Ich muss wirklich alles selbst machen!

Vom tropfenden Wasserhahn bis zum Abschluss aller relevanten Versicherungen bin ich für absolut alles alleine zuständig. Ja, das nervt manchmal. Es gibt keine Hotline mehr für Computerprobleme und keine Kollegin, die man etwas fragen kann, oder sogar Aufgaben abgeben. Am Anfang, wenn noch gar nichts steht, ist das etwas überwältigend. Doch irgendwann gibt es Strom und WLAN im Büro, Versicherungen sind abgeschlossen, die Verträge mit den Zahlungsanbietern und Paketdienstleistern verhandelt. Auch in der Selbständigkeit stellt sich irgendwann eine gewisse Routine ein. Trotzdem lerne ich immer noch unglaublich viel und stolpere über Themen mit denen ich vorher nicht gerechnet hatte! An den meisten Erfahrungen wachse ich, und das nächste Mal geht es einfacher und schneller. Und für mich ganz wichtig: Ich lerne um Hilfe zu bitten.

Zum Glück unterschätz man am Anfang manches

Es sind auch viele Themen aufgetaucht, die nicht auf meinem Plan standen. Vieles davon ist administrativ. Ich muss monatlich Unterlagen ans Finanzamt abgeben und bin als Gewerbetreibende plötzlich Pflichtmitglied bei Verbänden (inklusive Jahresgebühr) und meldepflichtig an verschiedenen Stellen. Die Gesetze, die einzuhalten sind, vor allem rund um den Datenschutz, sind für kleine Unternehmen manchmal eine echte Hürde. Es ist nicht einfach, von allen überhaupt zu erfahren, und dann zu verstehen, wie man sich rechtssicher verhält. Hier werde ich bestimmt auch noch Lehrgeld bezahlen müssen…

Ein Kernbestandteil meines Shop-Konzepts ist es, besondere Produkte von kleinen Herstellen anzubieten, die nicht auf den großen Marktplätzen zu finden sind. Es macht mir nach wie vor großen Spaß, diese Fundstücke für meine Kundinnen aufzuspüren. Unterschätzt hatte ich dabei, dass einige von den ganz kleinen Anbietern etwas chaotischer veranlagt sind als ich. Für mich als Planungs-Freak ist es eine echte Lernerfahrung, entspannt zu bleiben, wenn Ware eben später losgeschickt wird, Rechnungen noch einmal angefordert werden müssen, weil sie Fehler enthalten, oder meine Ansprechpartner mehrere Tage gar nicht erreichbar sind. Mein Geschäft geht nicht unter, wenn ein bestimmter Artikel kurze Zeit nicht verfügbar ist. Je besser ich selbst mit der Planung werde und je besser ich meine einzelnen Geschäftspartner kenne, desto seltener wird das passieren.

Jetzt wo der Shop technisch steht und die meisten Abläufe reibungslos funktionieren, ist mein größter – anfangs stark unterschätzter – Zeitfresser Social Media! Die Planung der Inhalte für die verschiedenen Kanäle, das Erstellen der Beiträge und natürlich das Kommunizieren mit den Followern und Kunden nimmt täglich mehrere Stunden in Anspruch. Glücklicherweise macht mir dieser Bereich Freude und ich werde auch deutlich flotter. Nur für die Pflege des Blogs kann ich noch viel zu wenige Zeit erübrigen. Ein wichtiges Thema für Jahr 2!

Wie geht es weiter?

Ich genieße weiter die Flexibilität, die die Selbständigkeit mir und meiner Familie schenkt! Es wird neue Produkte im Shop geben. Bis Ende des Jahres möchte ich von momentan 120 Artikeln auf ca. 200 Artikel aufstocken. Das Thema SEO steht ganz oben auf meiner Liste, um mehr Kunden über die Suchmaschinen zu generieren. Und natürlich wünsche ich mir viele Follower auf Facebook, Instagram und diesem Blog! Meine Netzwerke werde ich weiterhin sehr aktiv nutzen und hoffentlich noch weiter ausbauen!

Wer Lust hat weiter mit auf die Reise zu gehen: Ich freue mich riesig über jeden, der mir auf den Social Media Kanälen folgt!

Liebe Grüße

P.S. Du darfst natürlich auch gerne einmal im Shop vorbei kommen: Serendana – dein Glücksfundort

 

2 Antworten auf „Mein erstes Jahr in der Selbständigkeit

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