One Day or Day One?

Leider habe ich nicht herausgefunden, von wem der Spruch stammt. Ich finde ihn sehr hilfreich und inspirierend, wenn es darum geht, den Perfektionsanspruch zu drosseln und einfach mit etwas loszulegen. Vor etwas über einem Jahr, am 29.05.2018, habe ich meinen Blog gestartet; fast ein Jahr später als ursprünglich geplant. Mein erster Beitrag hieß dann auch einfach Erster Blogbeitrag. Damit ich die Veröffentlichung nicht wieder verzögere, habe ich nicht mehr lange nach einem tollen Titel gesucht. Das Thema? Es ging um das Anfangen und einfach mal machen. Etwas, das mir offensichtlich schwer fällt 🙂 Immerhin habe ich es getan und irgendwann losgelegt, damit aus dem „one day“ kein Dauerläufer wird. „Day one“ habe ich somit in Angriff genommen.

Der ursprüngliche Plan zum Bloggen, der mittlerweile über zwei Jahre alt ist: 1-2 Blogbeiträge pro Woche verfassen. Eine lange Liste mit Themen habe ich dafür. Die Zeit frei zu schaufeln für Recherche, Nachschlagen, Schreiben, Redigieren, Bebildern, habe ich mir in dem Jahr viel zu selten genommen. Es sind acht Beiträge im ersten Jahr geworden.

Da man auch kleine Erfolge feiern und Meilensteine zelebrieren soll, hier meine „Erfolgs“-Bilanz:

  • Ich habe die Seite für den Blog eingerichtet
  • Ich habe meinen ersten Blogbeitrag ganz spontan herunter geschrieben und einfach veröffentlicht
  • Ich habe sieben weitere Beiträge verfasst
  • Der Blog ist nach über einem Jahr immerhin noch aktiv (und hat mehr als den ersten Beitrag zu bieten, was keine Selbstverständlichkeit ist)
  • Es existieren zwei weitere Beiträge (schon seit längerem) in der Entwurf-Version und können demnächst veröffentlicht werden
  • Der Blog hat 36 Follower über die ich mich wahnsinnig freue und denen ich unbedingt weiteres Lesefutter liefern möchte!
  • Ich habe sehr schönes Feedback auf meine Beiträge bekommen, das mich motiviert dabei zu bleiben

Da ich natürlich trotzdem sehr weit von meinen Zielen and Ansprüchen entfernt bin, habe ich mir für das kommende Jahr mehr vorgenommen.

Ich möchte auf jeden Fall einmal im Monat veröffentlichen und im Mai 2020 bei mindestens 20 Beiträgen auf dieser Seite stehen.

Um das auch wirklich umzusetzen, bedarf es einiger Änderungen:

  • Ein fest eingerichteter Zeit-Block einmal im Monat, um einen Beitrag zu schreiben und auch gleich veröffentlichungs-tauglich zu machen
  • Kürzere Beiträge, nicht zwingend durchrecherchiert
  • „Veröffentlichungs-Zwang“ zu einer bestimmten Deadline jeden Monat, egal wie ausgereift ich den Artikel finde

Ich bin sehr gespannt, wie ich das hinbekomme. Hast du noch Vorschläge und Ideen, wie ich besser in die Routine komme? Meine Hypothese ist, dass ich mit mehr Schreibpraxis schneller und entspannter werde. Ich habe mich auch mit Tools zur Strukturierung von Beiträgen und Ähnlichem beschäftigt, aber das scheinen mir nicht meine Themen zu sein.

Fragen zu Key Words und der dahingehenden Beitrags-Optimierung stehen auch noch auf dem Plan. Gib mir gerne Schlagwörter, Themen, Ideen rein für den Blog. Ich gehöre zu den Menschen, die im Austausch mit anderen, die eigenen Gedanken besser sortiert bekommen. Ich bin noch nicht ganz sicher wohin die Reise geht. Etwas, das auch sehr untypisch für mich ist. Ich kenne gerne das Ziel. Für meinen Blog marschiere ich jetzt einfach mal los in eine Richtung und gucke, was dabei heraus kommt.

Und jetzt veröffentliche ich Beitrag #9 einfach, damit es voran geht!

Herzliche Grüße

Kristina

Hipster für einen Abend

Kurz vor dem Jahreswechsel gräbt mein Mann in einer Zeitschrift einen Artikel über ein Pop-Up-Restaurant in Frankfurt aus. Das Projekt klingt spannend: In einem eher verruchten Viertel von Frankfurt in einem designierten Abriss-Gebäude bieten zwei Köche, die bei bekannten Meistern gelernt haben, kreative, regionale Küche. Die Gäste sitzen an einer langen Tafel mit insgesamt 28 Plätzen und bekommen ein wöchentlich wechselndes Menü aus 4-6 Gängen und optional passender Weinbegleitung. Es klang toll und auf jeden Fall wie etwas, das wir als junges Paar sofort in Angriff genommen hätten. Jetzt gehen wir sehr selten aus, weil immer auch ein Babysitter organisiert werden muss, und gerade fällt der aufgrund einer Prüfungsphase auch noch komplett aus. Außerdem muss ich ehrlich zugeben, dass ich mir vorstellte wie hippe, großstädtische Mitt-Zwanziger an der langen Tafel über Themen reden würden, mit denen ich gar nichts würde anfangen können. Andererseits war die Vorstellung schon sehr verlockend, mal wieder etwas Cooles zu unternehmen. Welcher meiner Freunde war schon einmal in einem Pop-Up-Restaurant?

Was auch immer mich in dem Moment geritten hat: Ich ließ meinen Mann eine Reservierungsanfrage stellen für den nächsten offenen Abend nach Neujahr (das Restaurant hat drei Tage die Woche geöffnet jeweils von Donnerstag bis Samstag), und wir beschlossen, die Kinder das erste Mal alleine zu Hause zu lassen. Ich wollte den Termin so schnell wie möglich, damit wir noch in den Schulferien liegen würden und ein spätes Zu-Bett-Gehen der Kinder nicht so schlimm wäre, und vor allem, damit mich die Courage nicht verlasse würde.

Abnabelung

Die Reservierung klappte problemlos. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass es normalerweise Wartezeiten von mehreren Wochen für die Location gibt, und wir nur durch den Termin in der ersten Januarwoche so einfach untergekommen waren. Die Kinder freuten sich total auf das Abenteuer, was mir den Absprung extrem erleichterte. Bewaffnet mit meinem Handy, damit sie uns im Fall der Fälle unter Papas Nummer anrufen können, und dem Tablet, das mit drei Folgen einer Lieblingsserie ausgestattet war, schoben sie uns gut gelaunt und ungeduldig aus dem Haus. Ich war auch überraschend entspannt. Unsere liebe Nachbarin wusste Bescheid und die Kinder würden bei ihr klingen, wenn sie Hilfe brauchten. Vorweggenommen: Sie fanden es super und wollen ganz bald wieder einen Abend ohne uns 😉

Blieb nur noch eine gewisse Unruhe wegen des Publikums. Ich fragte mich, wie deplatziert ich mich vor Ort fühlen würde. Irgendwie blöd, aber wenn man seine Tischnachbarn nicht aussuchen kann, kann so ein Abend auch schnell anstrengend werden.

Erinnerungen

In der wirklich schönen Location angekommen waren wir erst einmal die einzigen Gäste. Wir schnappten uns dann jeder einen Aperitif und marschierten mit den Gläsern in der Hand in die nahegelegene Pop-Up Kunstausstellung. Mit Alkohol in der Hand über die Straße zu laufen ist in diesem Viertel sicher nichts Ungewöhnliches, die Sektgläser schon eher… Das hat mich gedanklich sehr in die ersten Jahre unserer Beziehung zurückversetzt, als wir regelmäßig durch Galerien und Kunstausstellungen gepilgert sind und uns davor oder danach in angesagten Restaurants verabredeten. Ein eigentlich simpler Abend, aber sehr kraftvoll, um mir in Erinnerung zu rufen wie wir als Paar waren vor der Kinder-Ära, bevor eine Familie mit zwei Jobs koordiniert werden musste. Das muss auf jeden Fall wieder häufiger sein! Der perfekte Anstoß für diesen Vorsatz mit dem Start ins neue Jahr!

An diesem Abend hatten wir an der langen Tafel nahezu ein „Private Dining“. Außer uns kam nur noch ein weiteres Paar. Und wie es der Zufall will in dieser großen Stadt: Sie waren nicht nur in unserem Alter, sondern beide ehemalige Kollegen von mir, die ich einige Jahre nicht gesehen hatte. Es wurde ein wirklich netter Abend. Wir unterhielten uns kurz über die jeweils neuen Jobs (ich muss natürlich immer Werbung für mein Herzensprojekt Serendana machen!) und dann ganz ausführlich über spannende Reisen, gemütliche Touren zu Weingütern, und über guten Kaffee. Das fühlte sich alles sehr erwachsen an, und ich plane gedanklich schon die nächste Reise nach Südamerika 😊

Noch ein Anlauf

Das Restaurant wird auf jeden Fall noch bis Mai in der Location bleiben – durch eine Verzögerung bei der Baugenehmigung für den Nachfolgebau vermutlich sogar bis September 2019. Wir haben uns fest vorgenommen noch einmal wieder zu kommen. Zum einen war das Essen wirklich gut mit einem vernünftigen Preis/Leistungs-Verhältnis für die sechs Gänge, und leckeren Weinen. Zum anderen will ich es jetzt wissen: Wie schlage ich mich an der langen Tafel mit 26 Fremden Tischgenossen und lautem Stimmengewirr? An diesem Abend war ich ausnahmsweise einmal hip 😉 und fand es sehr schön, aber fairer Weise war es eher ein Testlauf. Die Atmosphäre an diesem Abend war sehr besonders: Wir konnten uns ausführlich mit den Köchen in der offenen Küche austauschen und hatten die tolle Location exklusiv für unsere kleine Gruppe.

Was ich wieder einmal gelernt habe? Einfach machen! Vertrauen haben! Auf mein Gefühl hören, und nicht vergessen, was mich glücklich macht jenseits von Familie und Job. Von diesem Mini-Abenteuer im Alltag werde ich sicher noch lange zehren. Für alle Freunde, die in der Nähe wohnen: Wer hat Lust beim nächsten Mal mitzukommen und mit mir hip zu sein? Die Kunstausstellung endet leider am 20.01.2019, aber das Restaurant ist in jedem Fall einen Besuch wert. Nur Sabrina muss ich leider ausschließen. Ich fühle mich viel besser, wenn ich weiß, dass die Kinder bei dir klingeln können, wenn wir nicht da sind.

Wann fühlst du dich ganz bei dir selbst abseits aller Rollen, die du im Alltag bekleidest? Bist du experimentierfreudig?

Auch wenn das hier keine Restaurant-Kritik ist: Für alle Interessierten, die Lust bekommen haben, mache ich jetzt unbezahlte Werbung und integriere den Link zur Anmeldung. Die Location öffnet immer um 19 Uhr. Menüstart ist 19:30 Uhr donnerstags und 20:00 Uhr Freitag und Samstag. Die aktuelle Speisenfolge kann auf der Homepage vorab angesehen werden, und es gibt immer eine vegetarische Alternative.

Liebe Grüße!

Einblicke in ein „Mama-Start-up“ :-)

Wow! Das ist ein stolzer Moment für mich: Meine Freundin Dominika, die ich in einem Frauennetzwerk in Frankfurt kennengelernt habe, und die unter anderem sehr erfolgreich als Bloggerin unterwegs ist, hat über mich und meinen frisch gegründeten Online Concept Store Serendana (www.serendana.de) einen tollen Beitrag verfasst! In ihrer sehr beliebten Serie „Mama Start-Up“ interviewt sie Mütter, die den Sprung in die Selbständigkeit gewagt haben. Die Frauen berichten etwas über sich, ihre Idee, ihr Leben zwischen Familie und Job und geben Tipps für andere gründungswillige Mütter.

Da Dominika das Konzepts ihres Blogs im neuen Jahr etwas umstellen will, ist das Interview mit mir das Letzte in der Serie. Ich freue mich wahnsinnig, dass sie mich als „krönenden Abschluss“ ausgewählt hat.

Dominika meinte, das Interview sei typisch für mich und würde mich gut widerspiegeln. Ich bin super gespannt, was andere, die mich kennen, dazu sagen. Bitte schreibe mir in die Kommentare!!!

7

Wie immer, fand ich es schwierig mich kurz zu fassen 🙂 Hat auch nur so halb geklappt… Da ich mir über meine Geschäftsidee viele Gedanken gemacht hatte, konnte ich auf die Fragen dazu ganz leicht antworten. Ich weiß genau, wie ich meinen Shop gestalten will, und wo die Reise noch hingehen soll.

Ich weiß auch genau, was mir bei der Gründung geholfen hat: Der offene Austausch mit anderen und die fantastische positive Energie, die ich von so vielen daraufhin bekommen habe. Der absolute Rückhalt meines Mannes und meiner Familie, das Netzwerken mit Gleichgesinnten und schließlich das „Einfach Machen“, über das ich in meinem ersten Blog-Beitrag schon geschrieben habe!

Ob diese Tipps anderen helfen können? Ich weiß es nicht. Ich habe einfach versucht, authentisch ganz ich zu sein und meine Meinung wie an eine Freundin weitergegeben. Übrigens soll mein nächster Blog-Beitrag, der schon seit Längerem in meinem Kopf feststeckt, das Thema Authentizität behandeln. Ein Thema das mich immer wieder umtreibt.

Ich freue mich sehr, wenn du mein Mama Start-Up Interview auf Dominikas Blog liest und auch gerne dort etwas kommentierst:

Mama Start-Up: Kristina Dolle, Gründerin von Serendana

Stöbere auch durch die anderen Interviews. Ich finde einige sehr inspirierend!

Liebe Grüße! Wie immer freue ich mich auf Austausch!!!

 

Gibt es ein „bestes“ Alter?

Vor einigen Wochen habe ich mich mit einer ehemaligen Kollegin getroffen. Sie ist seit einigen Monaten glücklich im neuen Job und stand kurz vor einer mehrtägigen Dienstreise, auf die sie sich sehr gefreut hat. Im Anschluss sollte es dann direkt in den Urlaub mit ihrem Freund gehen. Ich kam nicht drumherum, ihr den Ratschlag zu geben, das alles gebührend zu genießen! Ich selbst empfand diese Phase, in der sie gerade ist mit Ende zwanzig, Anfang dreißig, als die bisher beste in meinem Leben. Es ist ein gewisses Fundament da durch Ausbildung, erste Berufs- und Beziehungserfahrung. Man weiß schon ganz gut wer man ist und wohin man will. Und man hat so unendlich viele Pläne! Alles ist noch möglich und nichts völlig festgelegt. Mein Mann und ich haben damals viele Reisepläne geschmiedet für ein Sabbatical und/oder die Elternzeit (es wurde dann zweiteres), für Familie inklusive Hund, eine mögliche Selbständigkeit, das eigene Haus, in welchen Städten wir gerne noch leben wollten… Wir hatten das Gefühl, uns steht die Welt offen, und das trägt ungemein.

Selfie Bild zu Getting Older

Wann kommt die Krise?

Mit Mitte dreißig hatte ich die erste kleine Krise. Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass dieses Jahrzehnt, das mir so gut gefiel und in dem sich für mich einiges verwirklicht hatte, viel zu schnell wegflog. Die letzten Monate vor meinem 40. hatte ich regelrecht Weltuntergangstimmung. Meine Oma hatte an ihrem 80. Geburtstag gesagt, dass für sie rückblickend ihre Vierziger die besten Jahre waren. Das konnte ich mir damals als Studentin natürlich so gar nicht vorstellen; und auch als ich in dieses Jahrzehnt „eingetreten“ bin, konnte ich es für mich so nicht sehen. Meine Großmutter hatte in dem Alter die Kinder schon groß und dadurch kaum mehr Verpflichtungen. Sie hatte ausreichend Zeit für sich. Ich konnte vor mir nur weiter das verrückte Hamsterrad aus Job und Familie sehen, aus dem es scheinbar keinen Absprung gab. Ich schätze, das lag daran, dass ich vor meinem dreißigsten Geburtstag alle angepeilten Ziele erreicht hatte und zufrieden nach vorne geblickt habe. All die tausend wundervollen Pläne der frühen dreißiger ließen sich natürlich nicht verwirklichen. Die standen sich ja teilweise gegenseitig im Weg: Babies, Fernreisen, Hypothek abbezahlen… Mein Blick war viel zu sehr auf das gerichtet, was sich nicht erfüllt hatte statt auf die vielen guten Dinge. So ein Perspektivwechsel ist oft wirklich schwer hinzubekommen. Und so hat jeder von uns seine „Krise“ im Leben zu einem ganz individuellen Zeitpunkt, wenn Pläne und Ziele gefühlt nicht erreicht wurden, oder man vorher gar keine Vorstellung hatte, wo man sein will, und sich fragt, ob man hier jetzt richtig ist.

It's your time to shine zu Getting Older

Kommt die Magie zurück?

Nach fast drei Jahren in den „magic forties“ fühle ich mich tatsächlich angekommen. Der große Unterschied? Ich habe meinen Konzernjob gekündigt und einen meiner großen Träume noch in Angriff genommen: Die Selbständigkeit!!! Vor einigen Wochen hat mein Online Concept Store (Achtung Werbung! https://serendana.de) geöffnet. Das ist nicht weniger Arbeit als vorher und birgt natürlich Risiken. Trotzdem war es der absolut richtige Schritt! Ich habe viel mehr Flexibilität in der Betreuung der Kinder und auch um meine eigenen Bedürfnisse besser zu beachten. Die Sache mit dem Hund steht immer noch aus, mit den Kindern im Ausland leben, ganz viele Reiseziele… ABER: Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass ich alles jetzt sofort oder in den nächsten fünf Jahren erreichen muss – oder überhaupt alle wilden Pläne sich immer realisieren müssen.

Eine liebe Freundin von mir schrieb mir auf eine Geburtstags-Email zu ihrem 42. Geburtstag zurück: „… es ist so dieser Zeitpunkt, an dem man noch etwas ändern kann in seinem Leben, aber man darf auch nicht mehr zu viel Zeit verschwenden, was einen angenehmen Druck aufbaut.“ Sehr schön formuliert, deshalb klaue ich hier auch einfach mal. Die Vierziger sind gar nicht so schlecht 😊 Es ist immer noch alles möglich!

Auf dem hessischen Unternehmerinnentag im August sprach Manuela Engel-Dahan als Gründerin im Expertentalk. Sie erzählte interessanterweise davon, dass sie früher zu 50. Geburtstagen in ihrem Freundeskreis immer einen schlauen Spruch auf die Karten schrieb mit dem ungefähren Wortlaut: „…und dann öffnet sich eine Tür.“ Als sie selbst kurz vor ihrem 50. Geburtstag stand, war ihr das auf einmal furchtbar peinlich. Sie hatte nicht das Gefühl, dass sich da etwas öffnen würde. Es ging ihr ähnlich wie mir vor meinem 40. Als sie aber ein paar Jahre im Jahrzehnt drin war, stellte sie fest, dass es tatsächlich stimmt! Sie hat sich noch einmal erfolgreich selbständig gemacht und begleitet heute junge Gründerinnen als Vertrauensperson. Was für eine perfekte Position für eine Frau mit so viel Erfahrung! Frau Engel-Dahan hat so viel Energie ausgestrahlt und mir die Zuversicht gegeben, dass ich es schaffen werde, die Tür auch zu finden und zu öffnen!

Sonne & Regen Bild zu Getting Older

Wie geht es weiter?

Mein Vater wird Ende des Monats 75. Er hat einen großen Freundeskreis (und einen Hund!) und immer viel zu tun. Jedes Wochenende ist er entweder irgendwo zum Essen / zu einer Feier eingeladen oder lädt selbst ein. Er ist zum Glück ein tolles Vorbild für mich und gibt mir die Gewissheit, dass es nur an mir liegt, die kommenden Jahre und Jahrzehnte mit allem was sie zu bieten haben, genießen zu können.

In dem Bestseller „You can heal your life“ von Selbsthilfe-Guru Louise Hay ist mir am nachhaltigsten das Nachwort im Gedächtnis geblieben, in dem die Autorin ihre Sicht auf das Älterwerden weitergibt, und damit möchte ich diesen Beitrag schließen. Louise Hay ist der Meinung, dass man in jedem Alter noch seinen alten Ballast loswerden und durch Grenzen brechen kann, und sie gibt selbst das beste Beispiel: Mit 76 Jahren hat sie sich endlich den Traum erfüllt, klassischen Paartanz zu erlernen. Als sie das im Nachwort zu meiner Ausgabe des Buchs 2013 geschrieben hat, war das bereits 10 Jahre her, und sie hatte seitdem regelmäßig Stunden genommen und sich zum Tanzen getroffen! Ebenfalls mit Mitte 70 hat sie mit Yoga und Pilates begonnen und fühlte sich nach eigener Aussage beweglicher als während ihrer Kindheit. An ihrem 80. Geburtstag stellte sie sich die Frage, was die nächsten 20 Jahre wohl für sie bereit halten. Das finde ich eine tolle Sichtweise! Keiner von uns weiß, wie alt er werden wird und wie fit er dabei körperlich und geistig ist oder welche Schicksalsschläge auf dem Weg noch auf uns warten. Da ich es ohnehin nicht weiß und vorhersagen kann, plane ich mal auf 100 Jahre (plus/minus) und versuche meinen Kopf und vor allem meinen Körper (und meine geistige Gesundheit 😉) entsprechend zu pflegen und dafür fit zu halten. Mit der Sichtweise, dass ich vielleicht noch um die 60 Jahre vor mir habe und mein Leben eventuell nicht schon über die Hälfte vorbei ist, kann ich auch weiter planen, träumen, verwirklichen. Und wenn es mich mitten drin „erwischt“? Dann habe ich hoffentlich bis dahin wirklich gelebt und nicht nur existiert.

Ich arbeite daran, das Jetzt – meine persönlichen Vierziger – zu genießen und mich gleichzeitig auf das zu freuen, was die Fünfziger bringen werden! Wenn mich meine Kinder an meinem 80. oder 100. fragen, welches Alter das beste war, will ich sagen können, dass der Großteil meines Lebens eine wundervolle Zeit war.

Wie siehst du das? Findest du dein momentanes Alter „gut“, war es besser als du jünger warst? Hattest du auch schon Krisen? Ich freue mich zu hören, wie andere das erleben!

Erster Blogbeitrag

Zugegeben, den Titel hätte ich anpassen können. Da ich in diesem ersten Blogbeitrag aber noch kein bestimmtes Thema bearbeiten werde, sondern einfach endlich mit dem Blog anfangen will, lasse ich diese allgemeine Überschrift stehen. Dies ist mein erster Blogbeitrag, der ohne jegliche Vorbereitung einfach so runtergeschrieben wird, damit er endlich auf die Welt kommt!

Wenn man etwas Neues starten möchte, wird einem fast immer empfohlen, es sofort in Angriff zu nehmen. Je länger man wartet, desto mehr Ausreden findet man, es doch noch aufzuschieben. Da ich selber sehr perfektionistisch bin und alles gerne ganz gründlich mache, bin ich für die Aufschieberitis prädestiniert! Ich bereite mich gerne auf alles vor, bevor es losgehen kann. Ich belege sogar einen professionellen Blogger Lehrgang an einer Fernschule, um es auf jeden Fall mit dem eigenen Blog richtig hinzubekommen.

Vor genau einem Jahr, im Mai 2017, hab ich eine Auszeit vom Job genommen für sechs Monate. In dieser Zeit habe ich als Informations-Junkie viel gelesen und wollte gerne meine Erkenntnisse in einem Blog zusammentragen. Bevor ich das Projekt dann tatsächlich gestartet habe (ein Jahr später!), ist die Idee für meinen Online Concept Store serendana.de für eingespannte berufstätige Frauen entstanden. Von einer Idee kam es schnell zum Businessplan und im Februar 2018 zur Gründung. Jetzt bereite ich fleißig den Online Start vor und suche Produkte und pflege diese in die Shopsoftware ein. Für mich als wenig Technik-affinen Menschen zum Teil eine große Herausforderung.

– Ebenso wie übrigens die Beherrschung des Blog-Layouts 😉 Ich hoffe, ich mache euch nicht kirre mit zu vielen wechselnden Schriftarten und -Größen! – 

Während ich mein Shop Projekt voran getrieben habe, habe ich tatsächlich festgestellt, dass ein „einfach machen“ mich meistens viel schneller zum Ziel gebracht hat, als alles Vorbereiten. Und die Ergebnisse waren gar nicht unbedingt schlechter. Eine wichtige Erkenntnis für mich und ein großer Schritt weg vom Perfektionswahn, der für so viel Stress verantwortlich ist.

Mittlerweile bin ich sogar so mutig, dass ich einen wichtigen Selbstversuch, den ich mir schon sehr lange vornehme, einfach so gestern Morgen in die Tat umgesetzt habe. Ich will für mindestens sechs Wochen auf jeglichen zugefügten Zucker (also Obst ist erlaubt) verzichten! Da ich mich selber als Zucker-süchtig einstufe, ein riesiger Schritt. Funktioniert aber nur, wenn ich den Start ganz schnell hinter mich bringe, ohne weiter darüber nachzudenken – so wie beim Sprung vom 5 Meter Brett (den 10er habe ich mir nie vorgenommen und werde ich auch ganz bestimmt nicht!). Puh! Ich bin gespannt!

Gibt es bei euch etwas, was ihr eigentlich (vielleicht „immer schon“) einmal machen wolltet? Wer traut sich zu springen?!? Es wird wahrscheinlich nass, aber etwas Schlimmeres wird schon nicht passieren!

Schreibt mir gerne! Ich freue mich auf Austausch!